# Hausgeld zu hoch? Was Eigentümer und Beiräte jetzt prüfen sollten
Viele WEG-Eigentümer und Beiräte fragen sich: Ist unser Hausgeld eigentlich noch marktüblich? Mit steigenden Energiepreisen, neuen Verwaltungsverträgen und höheren Versicherungssätzen ist das eine berechtigte Frage. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie systematisch prüfen, ob Ihr Hausgeld auf einem fairen Niveau liegt — und was zu tun ist, wenn nicht.
Was zählt eigentlich zum Hausgeld?
Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung des WEG-Eigentümers an die Eigentümergemeinschaft. Es setzt sich aus vier Komponenten zusammen:
In Summe ergibt sich ein bundesweiter Median von 3,50 €/m²/Monat für Bestandsobjekte, mit einer Spannweite von 3,00-4,50 €/m². Premium-Neubauten mit Aufzug, Tiefgarage und Concierge können bis 6,00 €/m² oder darüber kosten.
Schritt-für-Schritt: So prüfen Sie Ihr Hausgeld
Schritt 1: Marktvergleich starten
Bevor Sie sich in den Wirtschaftsplan vertiefen, verschaffen Sie sich eine Übersicht: Liegt Ihr Hausgeld überhaupt im auffälligen Bereich? Nutzen Sie unseren Hausgeld-Vergleichsrechner — er ordnet Ihre Werte in eine Marktbreite-Analyse (P25 / Median / P75) für Ihre konkrete Konstellation aus Stadt, Baujahr, Einheiten und Heizungsart ein.
Liegen Sie im typischen Bereich (zwischen P25 und P75), ist eine Detailprüfung in der Regel nicht prioritär. Sind Sie im oberen Marktviertel (P75+) oder gar über dem 90. Perzentil, lohnt sich die genauere Analyse — Folgeabsätze.
Schritt 2: Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung anfordern
Als Eigentümer haben Sie ein gesetzliches Recht auf Einsicht in den Wirtschaftsplan und die Jahresabrechnung (§ 28 WEG). Fordern Sie beim Verwalter an:
Schritt 3: Position für Position gegen den DMB-Spiegel halten
Der jährliche Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (Dezember-Veröffentlichung) listet alle umlagefähigen Betriebskosten-Positionen mit Bundesdurchschnitt und Spannweite. Vergleichen Sie:
| Position | Bundesschnitt 2024 | Auffällig wenn |
|---|---|---|
| Hauswart | 0,32 €/m² | über 0,50 €/m² |
| Versicherung | 0,31 €/m² | über 0,50 €/m² |
| Wasser/Abwasser | 0,29 €/m² | über 0,45 €/m² |
| Aufzug | 0,20 €/m² | über 0,35 €/m² |
| Müll | 0,16 €/m² | über 0,30 €/m² |
| Heizung+Warmwasser | 1,32 €/m² | über 1,80 €/m² |
Bei systematischen Abweichungen lohnt der Blick auf die zugrunde liegenden Verträge: gibt es günstigere Anbieter für Versicherung oder Hausmeister?
Schritt 4: Verwaltervergütung gegen CRES-Studie prüfen
Die jährliche CRES-Verwalterentgeltstudie (Haus & Grund / IVD / DIA) ist die Referenz für Verwaltergebühren. Aktueller Stand 2024/25:
Liegt Ihre Verwaltervergütung systematisch über diesen Werten ohne erkennbare Sondervereinbarungen (Sonderaufgaben, Modernisierungs-Beratung, häufige außerordentliche Versammlungen), ist das ein Ansatzpunkt.
Schritt 5: Erhaltungsrücklage gegen Marktwerte prüfen
Die II. Berechnungsverordnung definiert Höchstwerte für sozialen Wohnungsbau, die als Orientierung dienen:
| Gebäudealter | Empfohlene Rücklage |
|---|---|
| < 22 Jahre | 7,10 €/m²/Jahr (0,59 €/m²/Monat) |
| 22-32 Jahre | 9,00 €/m²/Jahr (0,75 €/m²/Monat) |
| > 32 Jahre | 11,50 €/m²/Jahr (0,96 €/m²/Monat) |
| Mit Aufzug | jeweils +1,00 €/m²/Jahr |
Marktüblich für freifinanzierten Wohnraum: 0,80-1,20 €/m²/Monat. Bei sanierungsbedürftigem Altbau auch bis 1,50 €/m². Unterfinanzierung ist riskanter als Überfinanzierung — sie führt früher oder später zu Sonderumlagen.
Schritt 6: Bei Bedarf: 3 Vergleichsangebote einholen
Bei systematischen Auffälligkeiten — insbesondere bei der Verwaltervergütung — ist der Klassiker: mindestens 3 Vergleichsangebote von alternativen Hausverwaltungen einholen und in der nächsten Eigentümerversammlung zur Beschlussfassung vorlegen. Wichtig: nicht nur den Preis, sondern auch den Leistungsumfang (Antwortzeiten, digitales Eigentümerportal, Notfallorganisation) bewerten.
Wann lohnt sich ein Verwalterwechsel?
Aus unserer Erfahrung mit über 800 verwalteten Einheiten im Rhein-Main-Gebiet: Ein Verwalterwechsel lohnt sich, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte zutreffen:
Wenn das Hausgeld nur knapp über dem Median liegt, aber die Verwaltungsqualität stimmt, ist der Status quo oft die bessere Wahl.
Häufiges Missverständnis: niedriges Hausgeld ist gut
Viele WEG-Beiräte sind stolz auf ein niedriges Hausgeld — als Zeichen guter Verwaltung. Aus unserer Sicht ist das eine gefährliche Sichtweise: Niedriges Hausgeld ist oft das Ergebnis unterfinanzierter Rücklagen. Sobald größere Maßnahmen anstehen (Dach, Fassade, Heizungs-Tausch, energetische Sanierung), schlägt das in Form von Sonderumlagen zurück — oft 5-25 €/m², in Einzelfällen darüber.
Eine seriöse WEG-Verwaltung kalkuliert vorausschauend mit angemessener Rücklage. Ein Hausgeld 10-15 % über Median bei dafür soliden Rücklagen und transparentem Wirtschaftsplan ist meist die nachhaltigere Wahl.
Fazit: Marktvergleich als Ausgangspunkt
Die Frage "Ist mein Hausgeld zu hoch?" lässt sich heute mit verfügbaren Daten methodisch sauber beantworten. Nutzen Sie:
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*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung oder Wirtschaftsprüfung.*


